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FAKULTÄT FÜR BIOLOGIE, CHEMIE UND GEOWISSENSCHAFTEN

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Aktuelles: Neuer Professor für Geomorphologie: Prof. Dr. Sass stellt sich vor

13. Februar 2019

Prof. Dr. Oliver Sass

Im Dezember 2018 hat Herr Professor Dr. Oliver Sass den Lehrstuhl für Geomorphologie übernommen. Nach Studium und Dissertation in München und seiner Postdoc-Zeit an verschiedenen Universitäten hatte er über acht Jahre eine Professur für Physische Geographie in Graz inne. Die umfassenden Kooperationsmöglichkeiten insbesondere im Feld der Geoöko-logie haben ihn nun nach Bayreuth gelockt.

Der Schwerpunkt seiner Forschung sind geomorphologische Prozesse vorwiegend alpiner Regionen unter dem Einfluss des globalen Wandels. Aufgrund von veränderten Niederschlags-mustern, Gletscher- und Permafrostschmelze, aber auch durch direkte anthropogene Eingriffe, verändert sich nicht nur die Naturgefahrensituation, sondern auch die Sedimentfracht der Fließ-gewässer, was zu erheblichen Managementproblemen führen kann.

In diesem Kontext befasst sich Oliver Sass mit Erosionsprozessen in Wildbächen, die in seiner Arbeitsgruppe durch wieder-holte Laserscans und Drohnenbefliegungen quantifiziert werden. In Wildbachgebieten der Steiermark konnte gezeigt werden, dass die Reaktion der Sedimentfracht auf Klimaveränderungen von vielen Faktoren, wie z.B. der Sedimentver-fügbarkeit und menschlichen Eingriffen abhängt. In der Umgebung Bayreuths werden nun Testgebiete mit Abfluss- und Sedimentfracht-Messstellen instrumentiert, die auch in Zusammenarbeit mit KollegInnen der Geoökologie zum Monitoring von geochemischen Massenbilanzen dienen sollen.

In einem weiteren Forschungsfeld beschäftigt sich Oliver Sass mit Verwitterung und Steinschlag an alpinen Felswänden. Ein besonderer Fokus liegt auf der häufig unterschätzten Rolle der Gesteinsfeuchte. Dabei kommen Methoden der Oberflächen-vermessung (Laserscanning, Photogrammetrie), geophysikalische Methoden und Laborsimulationen zum Einsatz. Mit ähnlichem Methodenspektrum wird auch die Verwitterung an Baudenkmälern in Naturstein untersucht. Auch hier steht die Rolle der Gesteinsfeuchte im Vordergrund, die sich im Zuge des Klimawandels in ihren Mittelwerten und Fluktuationen verändern wird. An der Universität Bayreuth soll ein kombiniertes Methodenspektrum aus z.B. Leitfähigkeitssensoren, Mikrowellen, Geoelektrik und Infrarot-Thermographie entwickelt bzw. auf die Aufgabenstellung angepasst werden.

Als überzeugter integrativer Geograph beschäftigt sich Oliver Sass jedoch auch mit anderen Fragestellungen von Physischer Geographie und Mensch-Umwelt-Beziehungen. Mit laufenden Forschungen zur Wassernutzung in Oasen-gebieten Marokkos will er auch an den Schwerpunkt Afrikaforschung in Bayreuth andocken.

Antrittsvorlesung:
Zerbricht der Klimawandel unsere Alpen? Veränderte geomorphologische Prozesse in Zeiten des globalen Wandels.
Mittwoch, 15. Mai 2019, 18 Uhr c.t., H8 (GEO)

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